Fastenimpulse 2026

1. Woche: Wasser
Schenke dir ein Glas Wasser ein.
Horch wie es in das Glas fließt.
Schau wie sich das Glas füllt.
Halte das volle Glas in der Hand. Lass deine Gedanken dabei fließen, wie davor das Wasser geflossen ist.
Trinke bewusst den ersten Schluck.
Lass dich erfrischen. Nimm dir Zeit dafür.
Halte, wenn du magst, einen Moment der Stille.
Wende dich innerlich Gott zu und sprich Worte des Dankes und der Bitte …
… für dich … deine Lieben … Menschen, die dir gerade fehlen … Menschen, mit denen du dir im Moment schwer tust ... die Schöpfung …
Gott, ich bitte dich um deinen Segen.
Lass uns spüren, dass du da bist und uns in unserem Fasten begleitest.
Gestaltet von Saskia Löser, Fachbereich Pastoral und Theologie
2. Woche: Getreidekorn / Samenkorn (z.B. Sonnenblume)
Nimm das Getreidekorn / Samenkorn in die Hand.
Bewege es vorsichtig und spüre es in deiner Hand.
Es hat eine harte Schale.
Im Inneren steckt es voller Möglichkeiten.
Nimm dir einen Moment der Stille und lass diesen Gedanken in dir wachsen.
Wenn du magst, kannst du dieses Korn auch verkosten … oder lege es in die Erde und beobachte es beim Keimen.
Wende dich innerlich Gott zu und sprich Worte des Dankes und der Bitte …
… für dich … deine Lieben … Menschen, die dir gerade fehlen … Menschen, mit denen du dir im Moment schwer tust ... die Schöpfung …
Gott, ich bitte dich um deinen Segen.
Lass uns spüren, dass du da bist und uns in unserem Fasten begleitest.
Gestaltet von Saskia Löser, Fachbereich Pastoral und Theologie & Daniela Felber, Katholsiche Stadtkirche Graz
3. Woche
Ihr seid das Salz der Erde (Mt 5,13)!
Früher wurde bei der Taufe dem Kind ein wenig Salz auf die Zunge gestreut, der Priester betete dazu: „Empfange das Salz der Weisheit …!“
Das heißt: Gib dem ganzen Leben Würze durch die Weisheit, die von Gott kommt!
So auch in der Tora der Juden. Dort ist das Wort Gottes wie Salz für die Menschen.
Für die, die an Jesus Christus glauben, sind auch Jesu Worte Salz. Der Evangelist Markus fordert auf: „Habt Salz in euch!“
Salz ist mehr als Würze, es kann Eis zum Schmelzen bringen, schützt vor Fäulnis, gibt den richtigen Geschmack, ist lebensnotwendig.
Wonach schmecke ich? Schmilzt Jesus den Eispanzer um manche Herzen? Vielleicht um meines?
Gestalter von P. Wolfgang Dolzer SJ
4. Woche
In der Mitte liegt heute ein Apfel.
Mit dem Klang der Glocke halten wir inne.
Hören. Still werden. Offen werden.
Ein Apfel beginnt als kleiner Kern.
Er braucht Licht, Wasser, Geduld.
Jahre vergehen, bis er Frucht trägt.
Und selbst dann: nicht jede Frucht ist süß.
Doch kein Baum wird vorschnell aufgegeben.
Er darf wachsen. Er kann veredelt werden. 🌱
Vielleicht ist es bei uns ähnlich.
Vielleicht brauchen wir auch
Licht. Raum. Geduld.
Dabei dürfen wir darauf vertrauen,
dass Gott in uns wirkt.
Leise, langsam, aber beständig.
Hab Vertrauen in das langsame Arbeiten Gottes!
🍏 Was darf in dir gerade wachsen?
#Fastenzeit #InDerMitte #Achtsamkeit #Vertrauen #Wachsen #Meditation #Dankbarkeit #gerechtlebenfleischfasten
Gestaltet von Andrea Scheikl (Stadtpfarrkirche)
5. Woche
In der Mitte - DATTELN
Sie haben wirklich große Ähnlichkeit mit Bernstein, die Dorfbewohner Babyloniens lassen sie trocknen und horten sie wie Delikatessen.
Das schreibt der griechische Politiker und Philosoph Xenophon in seinen Reiseerfahrungen im 5. Jh v. Chr.
Datteln kenne ich aus dem Nikolaussackerl meiner Kindheit. Da waren sie eine exotische, süße und klebrige Frucht, an deren Geschmack ich mich erst gewöhnen musste.
Die Früchte der Dattelpalmen haben beim täglichen Fastenbrechen der muslimischen Gemeinde im Ramadan eine besondere Bedeutung. Sobald der Gebetsruf ertönt wird mit einer Dattel das Fasten beendet meist noch in der Moschee, bevor es nach dem Gebet zum gemeinsamen Essen, Iftar, geht. Das ist keine strenge Vorschrift aus dem Koran, sondern eine prophetische Tradition. Bereits Mohammed soll das Fasten mit einer Dattel beendet haben, daher wird es bis heute so praktiziert.
Datteln werden das Brot der Wüste genannt und werden gerne als Zeichen der Gastfreundschaft in arabischen Ländern den Neuankommenden als kulinarischer Gruß gereicht.
Im Judentum gehören die Datteln zu den 7 Früchten Israels. Wenn beim Exodus das Land verweisen wird, in dem Milch und Honig fließen, dann ist damit der süße Dattelhonig gemeint. Dattel heißt auf Hebräisch „Tamar“. Zugleich ist Tamar ein weiblicher Vorname, der Anmut bedeutet. Beim Sedermahl am Pessachfest wird aus Datteln und Äpfeln ein braunes Mus bereit, das an den Lehm für die Ziegel in Ägypten erinnern soll.
Im Christentum stehen zu Ostern nicht so sehr die Früchte im Vordergrund sondern die Dattelpalmen, besonders am Palmsonntag, wenn mit Palmzweigen Jesus beim Einzug in Jerusalem zugejubelt wird.
Unsere Datteln heute kommen aus Tunesien.
Nehmen wir diese köstliche Kostbarkeit in die Hand.
Gestaltet von Wolfgang Schwarz