Irene Mösenbacher

Es gibt in dieser Welt keine wirklich herausragende Leistung, die von der richtigen Lebensweise zu trennen wäre. DAVID STARR JORDAN
Wenn ich in Schulen mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Klimaschutz arbeite, starte ich gerne mit dem „großen Bild“ – unserer Erde. Die einzige, die wunderschöne, der blaue Planet. Wir stellen dann gemeinsam fest, dass der Boden, welchen wir haben, um Lebensmittel anzubauen, begrenzt ist. In etwa ein Zweiunddreißigstel unserer Erdoberfläche können wir bebauen. Und diese Fläche wird täglich kleiner. Durch Verbauung, Erosion, die Einflüsse der Klimaerwärmung, Monokulturen etc.. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung. Das können sich alle Kinder und Jugendlichen gut vorstellen.
Eine kleine Herausforderung wird es schon, wenn wir dann über den Flächenverbrauch durch Rinder (im Vergleich zur veganen Lebensweise), Methan und über Fleischkonsum sprechen.
Viele, ich traue mich sogar zu behaupten die meisten Kinder und Jugendlichen, mit denen ich spreche, outen sich als Fleischtiger. Sie können sich ein Leben ohne Extrawurstsemmerl und Schnitzerl gar nicht vorstellen. Wie soll das gehen, weniger Fleisch essen?
Ich stelle fest, dass sich Kinder bis ca. 13 Jahre trotz dieser scheinbaren, gedanklichen Barriere der Gewohnheit gerne mit mir auf eine Fantasiereise begeben, wo sie feststellen, dass es sehr schön ist, weniger Fleisch (und wenn dann aus biologischer Freilandhaltung), zu essen. Sie erkennen und spüren, wie gut es tut, achtsam zu leben. Es geht um ihre Zukunft.
Kinder sind von Natur aus Umwelt- Tier- Klima- und Menschenschützer. In der Volksschule spürt man das noch sehr deutlich. Man erkennt als Lehrerin auch ganz schnell, welche „Philosophie“ zu Hause vorgelebt wird und wie die „Natur der Kinder“ Schicht für Schicht überlagert wird.
Irgendwann – vielleicht in der Pubertät - verlieren viele ehemaligen Volksschulkinder ihre Naturverbundenheit (scheinbar). Wenn ich 13 – 16jährige Jugendliche im Raum positionieren lasse, um auszudrücken, wie naturverbunden sie sich fühlen, gibt es nur wenige, die spüren und bekennen: Ich bin naturverbunden.
Unter den 13 – 16 jährigen sitzen etliche Mädchen in den Klassenzimmern, die vegan leben möchten, weil sie kein Tierleben auf dem Gewissen haben möchten.
Bei den Burschen im selben Alter beißt man meist auf Granit, wenn man von Fleischverzicht oder zumindest über die Reduktion von Fleisch als Möglichkeit spricht.
Ist das nur die Phase der Pubertät?
Ich bin überzeugt davon, dass Kinder und Jugendliche im tiefsten Inneren für Umwelt- Klima- Tier- und Menschenschutz sind. Es tut ihnen gut, wenn Erwachsene für sie und ihre Zukunft eintreten und eine konsequente Linie für das gute Leben auf der Erde vertreten.
Insofern finde ich die Aktion „Fleischfasten“ genial. Sie bietet uns in der Familie, unter Freunden, in der Schule oder in der Arbeit die Chance, uns an unsere Verantwortung zu erinnern, unsere Kräfte zu bündeln und zu bemerken: Ich bin nicht alleine mit meinen Bemühungen. Es gibt ganz viele Menschen, die sich ein gutes Leben für alle Menschen, im Einklang mit der Natur, wünschen und dafür eintreten.
Trainerin