Ursula Madler

Wie gut es uns doch geht! Montags Schnitzel, dienstags Faschiertes, mittwochs, weil‘s schnell gehen muss, Bratwurst, donnerstags Gulasch, zur Jause die Schinkensemmel, am Freitag gibt‘s Fisch - es ist ja schließlich Freitag. Und am Wochenende? Da probieren wir doch mal Tafelspitz nach Omas Rezept, holen die Lilienteller hervor und sind schickerweise ganz retro. Wir vergessen dabei aber allzu oft, dass zu Omas Zeiten Fleisch Mangelware war, teuer und maximal zu allen „heiligen Zeiten“ ganz bewusst verzehrt wurde.
Wir leben im Überfluss, müssen zum Glück nicht Hunger leiden, und können uns den Luxus leisten, darüber nachzudenken, worauf wir während der Fastenzeit verzichten wollen. Doch gerade weil wir derart privilegiert sind, ist das kritische Reflektieren über die Konsequenzen der persönlichen Ernährungsgewohnheiten wichtig. Massentierhaltung, Ressourcen-Verschwendung beim Anbau von Futtermittel, sowie die klimaschädlichen und sozio-politischen Auswirkungen der globalen Fleischproduktion reichen, dass mir die Lust auf Fleisch vergeht. Meine Welt ist einfach zu bunt, um totgefuttert zu werden!
Daher unterstütze ich die Aktion „Gerecht leben - Fleisch fasten“ aus ganzem Herzen. Vierzig Tage fleischlos zu leben, ist nicht wirklich schwer. Schließlich gibt es wunderbare vegetarische Rezepte, nicht zuletzt auf dieser Homepage. Und vielleicht ergeht es Ihnen, wie es mir schon vor Langem gegangen ist, und Sie erkennen, dass das Schnitzel lediglich der kleine Bruder des Grünen ist.
Videojournalistin, Texterin, Sprachtrainerin